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Im "Knaurs Lexikon der Mythologie" von Gerhard J.Bellinger findet man folgende Angaben:
Gul-shesh, Gul-ashshesh (?»Schreiberinnen, [Schicksals-]Bestimmerinnen«): hetit. Schicksalsgöttinen, die meist in der Mehrzahl auftreten und Leben und Tod, Gutes und Böses schicken. Ihrer Macht können sich auch die Gottheiten nicht entziehen. Sie entsprechen den churrit. Chutena und Chutellura und sind den griech. Moiren, den röm. Parzen und den german. Nornen vergleichbar.
Moírai, (von moíra = »Anteil, Los, Schicksal«),
Moiren (dt.): griech. Gruppe von 3 Schicksalsgöttinen, die den Menschen ihren Anteil am Leben zuteilen. Sie sind die Töchter des Zeús und der Thémis. Zu ihnen gehören: Klothó (»Spinnerin«), die den Lebensfaden spinnt, Láchesis (»Lose-Zuteilerin«), die ihn erhält und mißt, sowie Átropos (»Unabwendbare«), die ihn durchschneidet, was den Tod zur Folge hat ( anm.: Wenn es an der Zeit ist, oder es der Wille des Zeus ist; denn Zeus wacht auch über die Moírai und heiß daher Moiragetes). Dargestellt sind sie als alte Frauen mit Spindel, Schriftrolle und Schere. Die M. entsprechen den röm. Parcae.
Parca, (lat. von parere = »gebären«), Parcae(Pl.), Parzen(dt.): röm. Geburtsgöttin, aus der später eine (Dreier-)Gruppe von Geburts- und Schicksalsgöttinnen wird, die jedem Menschen sein Geschick (Glück, Unglück, Tod) zuteilt. Gemälde: Rubens und F.Goya; Holzschnitt: H. Baldung (1513); Konzertkantate: Brahms (1882).
Nornen, (nord. norn = »Raunenerde«): german. Schicksalsgöttinen und Geburtshelferinnen, die den Schicksalsfaden der Menschen und Götter spinnen. Zu ihnen zählen die 3 Schwestern Urd, Verdandi und Skuld. Sie repräsentieren die 3 Zeitstufen, Gewordenes, Seiendes und Werdendes, und haben ihren Wohnsitz am Schicksalsbrunnen Urd unter der Yggdrasill. Die den Disen zugehörigen Nornen sind den griech. Moiren und röm. Parzen ähnlich.
Im "Lexikon der Esoterik" (Helmut Werner, Orbis Verlag) gibt es keine Angaben zu den Gul-shesh, aber zu einigen der "Verwandten":
Nornen, Die drei Nornen Urd = Vergangenheit, Werdandi = Gegenwart und Skuld = Zukunft sind die drei germanischen Zeit- und Schicksalsgöttinen. Sie ordnen das Schicksal des Menschengeschlechtes, daher erhalten sie durch begießen aus ihrem Brunnen diejenige Wurzel der Weltesche Yggdrasil lebenskräftig, die sich über das Reich der Menschen erstreckt. Zu ihrem Brunnen reiten die Asen, um Gericht zu halten, weil auch sie den Zeitgöttinen unterworfen sind. Die N. schnüren die Schicksalsfäden, sie spinnen und weben die Geschicke der Menschen, wie es nach griech. Vorstellungen die Moiren tun.
In Deutschland heißen sie Heilrätinnen, denn sie beraten das Heil der Menschen. In Holstein nennt man sie Metten = die Abwägenden, Messenden; in Tirol sind sie Gachschepfen, weil das Schicksal, das sie schaffen (oder aus ihrem Brunnen schöpfen), jäh, plötzlich eintritt. Auch in Deutschland hatte jede einzelne Nornen ihren besonderen Namen: sie hießen Einbett, Wilbett und Warbett
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